Die B74 als Werbe-Allee: Zwischen Straßenverkehr und visueller Reizüberflutung

Wer derzeit über die B74 durch Scharmbeckstotel fährt, merkt schnell: Der Blick ins Grüne weicht zunehmend einer Flut von Werbeschilder-Wüsten. Was man sonst eher aus US-Gewerbegebieten oder von Highways kennt, hält hier Einzug – allerdings ohne den Charme der großen Weite.

Entlang der Strecke drängen sich Schilder in allen Farben, Formen und Größen. Im Sekundentakt prasseln Firmenlogos, Wegweiser und Sonderangebote auf Autofahrer ein. Die Intention dahinter ist verständlich – schließlich will jedes lokale Gewerbe, jede Veranstaltung, jede politische Partei auf sich aufmerksam machen. Doch die Ansammlung führt zu einer zunehmenden Verschandelung des Ortsbildes und lenkt unnötig vom Verkehrsgeschehen ab.

Straßenräume sollten Orientierung bieten und die Verkehrssicherheit gewährleisten, statt als Litfaßsäule im XXL-Format zu dienen.

Vielleicht ist es an der Zeit für eine gestalterische Bestandsaufnahme. Denn ein Ort lebt nicht von maximaler optischer Lautstärke, sondern von einer Balance zwischen Wirtschaft und einem intakten, übersichtlichen Ortsbild.

Haben Sie das Gefühl, dass die Schilderflut an der B74 in den letzten Monaten noch einmal zugenommen hat?